Häufig gestellte Fragen zu Spraydosen
Für Anfänger sind Low- bis Medium-Pressure Spraydosen meist am besten geeignet, da sie sich leichter kontrollieren lassen und das Risiko von Läufern sinkt. Entscheidend ist weniger “die eine Anfängerdose”, sondern dein Vorhaben (Graffiti, Möbel, Metallteile, Kunststoff, DIY).
Eine Einsteiger-Empfehlung:
- Low/Medium Pressure für bessere Can Control
- ein kontrollierbares Cap (z. B. Skinny/Soft) statt ein Super-Fat-Cap
- 2–3 dünne Schichten statt einer dicken Schicht
Unser Preis-Tipp: Eine sehr hochwertige Dose lohnt sich besonders, wenn die Untergrundvorbereitung und die Technik sitzen. Für den Einstieg kann eine preiswertere Sprühdose sinnvoll sein, um die Sprühtechnik, den Abstand und den Schichtaufbau zu erlernen (z. B. Double A Spraypaint mit gutmütigem Sprühverhalten).
Der Unterschied zwischen Low Pressure und High Pressure liegt in der Lackabgabe pro Sprühstoß: Low Pressure sprüht kontrollierter mit weniger Output, High Pressure dagegen kräftiger mit mehr Output.
Low Pressure (niedriger Druck):
- Mehr Kontrolle und ruhigeres Sprühgefühl
- Ideal für Details, saubere Linien und kontrollierte Übergänge
- Geringeres Risiko für Läufer, wenn man langsam arbeitet
High Pressure (hoher Druck):
- mehr Output und schnelleres Arbeiten
- Ideal für große Flächen, schnelles Füllen und zügige Deckung
- Höheres Risiko für Läufer bei zu geringem Abstand oder zu langem Sprühen auf einer Stelle
Welche Variante besser ist, hängt vom Einsatzzweck und der persönlichen Arbeitsweise ab.
Eine 400-ml-Spraydose reicht im Durchschnitt für ca. 2–3 m² bei einem deckenden Anstrich. Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch stark von der Anwendung und dem Material ab.
- Farbton/Deckkraft: Helle Töne wie Weiß, Hellblau oder Gelb benötigen oft mehr Schichten als Schwarz oder Dunkelgrün, wodurch sich die Anzahl der Quadratmeter pro Dose verringert.
- Cap/Sprühbild: Skinny Caps (feiner Strahl) sind meist ergiebiger als Fat Caps (breiter Output).
- Druck (Low/High Pressure): Höherer Druck bedeutet mehr Lack pro Sekunde und die Dose ist schneller leer.
- Untergrund: Rau, saugende Untergründe (z. B. unbehandeltes Holz, Beton, Sandstein) verbrauchen deutlich mehr Lack als glatte, grundierte Flächen.
- Technik: Mehrere dünne Schichten und ein korrekter Abstand sind oft effizienter als “draufhalten”.
Praxisbeispiel: Eine schwarze Dose mit Skinny Cap und Low Pressure kann spürbar ergiebiger sein als eine weiße Dose mit Fat Cap und High Pressure, da weniger Material pro Sprühstoß abgegeben wird und Weiß in der Regel eine höhere Deckkraft benötigt.
Spraydosen lagert man am besten an einem kühlen, trockenen und frostfreien Ort bei etwa 5–25 °C. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und Hitzequellen (über 50 °C, z.B. Heizkörper). Bewahre die Dosen aufrecht stehend auf und halte sie von Kindern fern.
Trage bei der Arbeit mit Spraydosen immer:
- eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2, besser eine spezielle Lackiermaske mit Aktivkohlefilter),
- Schutzhandschuhe und
- eine Schutzbrille
Bei längeren und großen Arbeiten empfehlen wir zusätzlich Schutzkleidung.
Sehr wichtig – arbeite immer in gut belüfteten Bereichen oder am besten im Freien. Falls du innen sprühst, sorge für Durchzug und verwende nach Möglichkeit einen Ventilator zur Unterstützung. Die entstehenden Dämpfe sind gesundheitsschädlich, daher unbedingt für Frischluftzufuhr sorgen.
Vollständig leere Spraydosen mit einem Grünen-Punkt-Symbol dürfen über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne entsorgt werden. Dosen mit Farbresten sowie beschädigte Spraydosen gelten als Sonderabfall und müssen bei einer Schadstoffsammelstelle oder dem Wertstoffhof abgegeben werden.
Achtung: Niemals Spraydosen in den Hausmüll oder ins Feuer werfen – Explosionsgefahr!
Tipp: An manchen Legal Spots oder Hall of Fames stehen speziell gekennzeichnete Sammelbehälter für gebrauchte Dosen zur Verfügung.
Ungeöffnete Spraydosen sind bei sachgemäßer Lagerung in der Regel mehrere Jahre (5–10 Jahre) haltbar. Genauere Angaben dazu findest du in der Regel auf dem Dosenetikett. Bereits angebrochene Spraydosen solltest du innerhalb von ein bis zwei Jahren verbrauchen. Mit der Zeit können Druck und Sprühqualität nachlassen, selbst wenn sich noch Farbe in der Dose befindet.
Schüttle die Dose vor der Anwendung mindestens zwei bis drei Minuten lang kräftig. Dabei sollte die Mischkugel im Inneren deutlich hörbar sein. So stellst du sicher, dass sich die Farbpigmente gleichmäßig verteilen. Teste anschließend den Sprühstrahl auf einem Probestück oder Karton, um das Sprühbild und den Druck zu prüfen, bevor du das eigentliche Objekt besprühst.
Halte einen Abstand von etwa 8–15 cm zur Oberfläche ein. Wenn du zu nah sprühst, entstehen Läufer (laufende Tropfen/Nasen). Sprühst du zu weit entfernt, wird die Lackierung eher rau und es entsteht verstärkter Sprühnebel. In der Regel erreichst du das gleichmäßigste Ergebnis mit einem Abstand von ca. 10 cm.
Sprühe in gleichmäßigen, leicht überlappenden Bahnen über die Fläche. Bewege die Dose dabei kontinuierlich und verweile nicht zu lange an einer Stelle, um Ansammlungen von Farbe zu vermeiden. Es ist besser, mehrere dünne Schichten aufzutragen, da so Läufer und Farbunterschiede vermieden werden.
In der Regel sind zwei bis drei dünne Schichten Sprühlack optimal, um ein deckendes Ergebnis zu erzielen. Für gewöhnliche Graffitis reicht in der Regel eine Schicht aus. Lass jede Schicht etwa 10–15 Minuten antrocknen, bevor du die nächste aufträgst, damit sich die Lackschichten nicht gegenseitig ablösen. Die genaue empfohlene Ablüftzeit kann je nach Produkt und Projekt variieren.
Um ein Verstopfen der Düse zu verhindern, halte die Dose nach Gebrauch kopfüber und sprühe kurz, bis nur noch Treibgas austritt. So werden die Farbreste aus der Sprühkappe herausgedrückt. Alternativ kannst du die Kappe abnehmen, in Verdünner oder Aceton einweichen und durchspülen. Eine saubere Sprühkappe stellt sicher, dass sie beim nächsten Mal sofort wieder einsatzbereit ist und es zu keinen ungewollten Spritzern oder Unebenheiten kommt.
Wenn die Spraydose noch unter Druck steht, aber kein oder nur ein unsauberer Strahl austritt, ist der Sprühkopf in der Regel verstopft.
Cap abnehmen und prüfen:
Sprühkopf abziehen und kurz auf einer anderen Dose testen. Sprüht es dort ebenfalls nicht sauber, liegt es am Cap.
Cap reinigen:
Cap in Aceton oder Verdünner einlegen. Danach kurz durchspülen und trocknen lassen.
Wichtig: Benutze keine Nadeln oder spitze Gegenstände, da diese die Düsenkanäle beschädigen und das Sprühbild verschlechtern.
Cap ersetzen:
Wenn die Reinigung nicht hilft, verwende ein neues Cap. Ersatz-Caps in verschiedenen Sprühstärken bekommst du bei uns im Shop.
Wenn du ein funktionierendes Cap nutzt, aber trotzdem kaum oder kein Lack kommt, kann die Verstopfung in der Dose sitzen, zum Beispiel durch Pigmente oder Lackreste im Steigrohr.
Dose kräftig schütteln. 2–3 Minuten lang intensiv, damit die Pigmente vollständig gelöst und gemischt werden.
Klopfe die Dose mit dem Boden vorsichtig gegen eine feste Fläche, um Ablagerungen im Inneren zu lösen.
Cap mit hohem Output verwenden: Ein High-Output-Cap aufsetzen und versuchen, kurz und kräftig durchzusprühen. In vielen Fällen ist das Problem damit erledigt.
Wenn es immer noch nicht funktioniert, kann ein technischer Defekt oder eine hartnäckige Verstopfung vorliegen. Komm gern in unser Geschäft. Unser Fachpersonal prüft die Dose und hilft dir weiter.
Mit den meisten Sprühlacken aus der Spraydose kannst du Holz, Metall, Kunststoff, Glas, Keramik, Stein und viele weitere Materialien lackieren. Wichtig ist, dass die Oberfläche vor dem Lackieren sauber, trocken und fettfrei ist. Bei Bedarf solltest du sie mit einem geeigneten Reiniger säubern. Glatte Materialien solltest du vorab leicht anschleifen und für eine bessere Haftung eine Grundierung (Haftgrund/Primer) auftragen, damit die Farbe nicht abblättert. Um die Haltbarkeit und Fixierung zu erhöhen – vor allem bei stark beanspruchten oder außen genutzten Objekten – empfiehlt es sich, nach dem Trocknen der Farbschicht eine Schicht Klarlack als Schutzschicht aufzutragen.
Sprühlack trocknet in der Regel sehr schnell: Nach ca. 10–20 Minuten ist die Oberfläche staubtrocken und anziehsicher. Nach rund 24 Stunden ist die Lackschicht durchgetrocknet und überlackierbar. Für eine vollständige Aushärtung und Belastbarkeit (z. B. bei beanspruchten Objekten oder Außenanwendungen) solltest du etwa 48–72 Stunden warten. Bedenke: Die exakten Trockenzeiten können je nach Produkt, Schichtdicke und Umgebungsbedingungen variieren. Schau daher immer auf die Herstellerangaben auf der Dose.
Läufer (umgangssprachlich auch Nasen) entstehen, wenn zu viel Farbe aufgetragen wird, die dann an einer Stelle herunterläuft. Lass die betroffene Stelle zunächst vollständig trocknen. Schleife die Lacknase dann vorsichtig mit feinem Schleifpapier ab, bis die Oberfläche wieder glatt ist. Anschließend kannst du die Stelle sauber übersprühen – diesmal in dünneren Schichten und mit genug Abstand, um neue Läufer zu vermeiden.
Eine raue, körnige Oberfläche nach dem Sprühen entsteht meist bei zu großem Sprühabstand oder ungeeigneten Bedingungen. Sprühe möglichst bei einer Temperatur von 15–25 °C und achte auf passende Umweltbedingungen: Es sollte möglichst windstill, staubarm und nicht in der direkten Sonne sein, damit der Lack gleichmäßig ankommt und optimal verlaufen kann. Halte den empfohlenen Abstand von ca. 8-15 cm ein. Achte außerdem darauf, dass dein Sprühkopf sauber ist, da eine verstopfte Düse Kleckse und Spritzer verursachen kann, die das Finish ruinieren. Sollte dennoch ein leicht rauer Effekt auftreten, kannst du nach dem Trocknen mit sehr feinem Schleifpapier sanft nachschleifen und eine weitere, feine Lackschicht auftragen.